„Nicht jeder Ehepartner meint es wirklich gut mit dem anderen“, meinte Irene Ohlwein, Vellmar, beim Seminar des Besuchsdienstes über Fragen von Betreuungsrecht und Vorsorgevollmacht. Die Rechtsanwältin, die sich vor allem mit Betreuungsrecht beschäftigt, begründete mit dem überraschenden Statement, warum Ehepartner nicht automatisch für einander im Krankheitsfall entscheiden dürfen.

14 Besucher waren der Einladung gefolgt und beschäftigten sich am 3. September drei Stunden lang mit Fragen, die oft verdrängt werden. Alle hatten aus ihrer persönlichen Erfahrung mit Menschen in Grenzsituationen berichtet.

An Hand von vielen Fällen aus ihrer Praxis als Anwältin wurde zum Beispiel  unterschieden zwischen Bevollmächtigtem  und Betreuer „Beide dürfen das gleiche, aber der Bevollmächtigte wird nicht von Dritten kontrolliert. Man muss ihm also 150-Prozentig vertrauen.“

Weil die Betreuung für die Betroffenen einen deutlichen Einschnitt bedeutet, kommt es darauf an, nicht pauschal sondern differenziert zu handeln. „Die Betreuung wird nicht pauschal für alle Lebensbereiche eingerichtet, sondern kann sich auf einzelne Themenfelder beziehen.“

Empfohlen wurde die Informationsbroschüre Betreuungsrecht des Bundesministeriums für Justiz: https://www.bmjv.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Betreuungsrecht.htm

Kirche im Hof

Friedrich-Ebert-Strasse 102
34119 Kassel

Telefon: (0561) 18372

Bankverbindung

Spar- und Kreditbank EFG

DE49 5009 2100 0000 024724