Gott spricht: Sie werden weinend kommen, aber ich will sie trösten und leiten. Jer 31,9 (L) Monatsspruch November

Jeremia ist ein Prophet der Resignation und der Hoffnung. Tieftraurig ist er über die Gottlosigkeit seines Volkes und dessen Regierung. Hoffnungsvoll ist er angesichts der Möglichkeiten Gottes. Während seines Lebens muss er den Verfall mit ansehen, aber beim Blick in die Zukunft hellt sich sein Gesicht auf. Denn Zerstörung und Exil werden nicht von Dauer sein. Gott wird sich erbarmen und neu anfangen. Der Neubeginn hängt mit dem Wiederaufbau des Landes zusammen und der Rückkehr aus dem Exil. Das Volk Gottes soll wieder eine Heimat haben. Das Zuhause ist Gott selbst, der in Jeremia 31,3 verspricht: „Ich habe dich je und je geliebt; darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte.“ Wichtiger als Häuser und Felder, als die Landschaft und die Kultur ist dem Volk Gottes die Nähe zu ihm. Heimat ist dort, wo ich willkommen bin.

Bei Gott sind die Menschen willkommen, unabhängig von den Gaben die sie opfern. Die Liebeserklärung Gottes gilt allen. Wenn die Vertriebenen aus dem Land des Nordens (einem Bild für die Feinde aus dem Zweistromland, im Unterschied zu denen aus dem Süden in Ägypten) heimkehren, bringen sie ihre je eigenen Sorgen mit: Da kommen „Blinde und Lahme, Schwangere und junge Mütter“ (Vers 8) also Menschen, denen der Weg durch die Wüste nicht leicht fällt. Menschen mit Tränen in den Augen sollen „getröstet und geleitet“ werden. Sie sollen Wasser finden im trockenen Land.

Auch heute sind Menschen auf der Suche nach einer Heimat. Manche suchen sie in der Vergangenheit. Im Alter klammern sich Menschen trotz großer Hinfälligkeit an ihr Haus oder ihre Wohnung. Sie verbinden so viele Erinnerungen mit dem Garten, in dem einst die Kinder spielten, mit den Möbeln, die einmal die Erfüllung eines langgehegten Wunsches waren. Andere suchen die Heimat in der Zukunft. Ihr Herkunftsland ist zerstört, es bleibt nur der Weg nach vorn. Es gibt Menschen, die suchen Geborgenheit bei anderen Menschen, sehnen sich nach einem Partner bei dem sie zu Hause sein können.

Je größer unser Heimweh, umso mehr gilt uns die Verheißung Gottes. „Ich bin euer Vater“, heißt es im weiteren Text. Dieser Vater begleitet seine Kinder auf dem Lebensweg. Er sorgt vor und steht bei. Wenn wir ihm zur Hand gehen, dann werden wir Heimatgeber. Für Blinde und Lahme, Schwangere und junge Mütter.“

Frank Fornaçon

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